Raumordnungsbericht: Landflucht hält an

Raumordnungsbericht: Landflucht hält an

Erstmals seit 2011 veröffentlicht das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) wieder einen Raumordnungsbericht. Aus diesem geht hervor: Während Großstädte und Ballungsräume zwischen 2005 und 2015 um rund 1,4 Millionen Einwohner gewachsen sind, schrumpfen Mittel- und Kleinstädte stetig.

Wachsende Gesamtbevölkerung

Im Zeitraum von 1990 bis 2015 ist die Gesamtbevölkerung um etwa zwei Millionen, auf 82,2 Millionen, angewachsen. Von diesem Zuwachs profitieren jedoch hauptsächlich Großstädte und Ballungsräume: Zwischen 2005 und 2015 sind 37 Prozent der Mittelstädte und 52 Prozent der Kleinstädte stetig geschrumpft. 68 von 401 Kreisen gelten bereits heute als „dünn besiedelt“, das heißt, sie haben weniger als 100 Einwohner je Quadratkilometer. Im Jahr 2035 könnten bereits 96 Kreise betroffen sein.

Auswirkungen auf ländliche Infrastruktur

Die Landflucht zeigt deutliche Auswirkungen auf die dortige Infrastruktur: 28 Prozent der Deutschen können ohne Auto keinen Supermarkt erreichen – in Großstädten können jedoch 92 Prozent zu Fuß zum Einkaufen gehen. Auch Ärzte und Berufsfeuerwehren gibt auf dem Land immer weniger – Das erschwert die Versorgung im Notfall. Etwa 80 Prozent der Landbewohner haben keinen Hausarzt in direkter Umgebung.